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Arbeiten unter anhaftendem Material

Achtung, Killer-Klinker!

unteren Teil eines Silos

A./Niedersachsen. Lorenz R. (31) fehlen die Worte, als ihn Michael E. (42), Sicherheitsbeauftragter des Klinkerwerks, ins Gebet nimmt: „Warum kein Sicherheitsgeschirr? Das war doch so vereinbart!“ „Wir dachten, das Gröbste sei geschafft und die Arbeiten gar nicht mehr gefährlich“, murmelt Lorenz. Falsch gedacht. Lorenz und sein Kollege Raimund B. (29) wurden von einer Lawine im Klinkersilo erfasst. Raimund hat das nicht überlebt.

Fatale Fehleinschätzung
Die eng befreundeten Kollegen sollten Ablagerungen im unteren Teil des Silos mit Pickel und Schaufel abtragen. Am Vormittag waren sie noch angegurtet und sicherten sich gegenseitig. Kein Wunder: Der Sicherheitsbeauftragte hatte unten gestanden und alles beobachtet. Am Nachmittag dachten beide, dass im Arbeitsbereich keine Gefahr mehr drohe. Fröhlich schippten sie den Klinker Richtung Abzugsöffnung. Das Förderband darunter war in Betrieb. Als sie fertig waren und das Silo verlassen wollten, lösten sich oberhalb von ihnen plötzlich 20 Tonnen Restklinker. Die donnerten nach unten und rissen die beiden Arbeiter mit. Lorenz wurde ca. 10 m mitgeschleift und kam dort aufrecht zum Stehen. Er steckte bis über die Knie im Klinker fest. Die Lawine hatte derweil seinen Freund begraben. Nur noch dessen Unterschenkel ragten aus dem Klinker. Lorenz konnte sich aus eigener Kraft befreien, für seinen Freund kam jedoch jede Hilfe zu spät. Raimund lag auf dem Rücken, mit dem Kopf in Richtung Austragsöffnung. Der abgerutschte Klinker bedeckte ihn, Lage um Lage, Kilo um Kilo. „Eine falsche Risikoeinschätzung führte zu diesem furchtbaren Unfall“, so der Sicherheitsbeauftragte Michael E. „Beide Beschäftigten haben sich unzulässig unter anhaftendem Material aufgehalten. Außerdem hätten sie beim Einsteigen ins Silo angeseilt und bis zum Ende der Arbeiten am straffen Seil geführt werden müssen.“

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BAUZ Zeitung Seite 5

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