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Richtiger Umgang mit Verletzen im Auffanggurt

Tot gerettet

Nach der Rettung müssen Abgestürzte richtig gelagert werden. In einer Art Hockstellung sollten sie 20–40 Minuten bleiben, um zu vermeiden, dass Herz- und Kreislauf versagen.
Nach der Rettung müssen Abgestürzte richtig gelagert werden. In einer Art Hockstellung sollten sie 20–40 Minuten bleiben, um zu vermeiden, dass Herz- und Kreislauf versagen. (Fotos: Jürgen Floren / BG Elektro Textil Feinmechanik)

Horst P. (47) ist fassungslos. Sein Kollege Rainer L. (37) hat den Absturz vom Laufsteg eines Förderbandes nicht überlebt. Obwohl der Sicherheitsgurt ihn hielt.

„Es war schrecklich. Rainer rief um Hilfe. Schon nach wenigen Minuten waren meine Kollegen und ich da und sahen ihn im Sicherheitsgeschirr hängen. Da war er noch guter Dinge. Wir ermutigten ihn durchzuhalten und riefen sofort die Feuerwehr. Denn helfen konnte in der Höhe keiner. Nach einer halben Stunde veränderte sich Rainers Zustand. Erst berichtete er von einem Kribbeln. Dann wurde seine untere Körperhälfte langsam taub. Rainer begann zu frieren und ihm wurde schwindelig. Irgendwann antwortetet Rainer nicht mehr: er hing bewusstlos im Auffanggurt. Wir fühlten uns so hilflos. Zum Glück holte ihn die Feuerwehr kurz danach runter. Man legte ihn gleich in die Schocklage mit angehobenen Beinen. Doch dann wurde klar: Rainer lebt nicht mehr. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Erst später haben wir erfahren, dass Rainer ein Hängetrauma hatte. 

Heute weiß ich: Wer in so einer Lage ist, muss möglichst innerhalb von 20 Minuten geborgen werden und sollte anschließend am Boden noch 20-40 Minuten in einer Hockstellung verbringen. Sonst kann das aus den Beinen zurückströmende Blut zu einem akuten Herversagen führen. Warum ich die Geschichte von Rainer erzähle? Damit alle Bescheid wissen, wie wichtig schnelle Hilfe ist und was man tun muss.“

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BAUZ Zeitung Seite 9

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