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Arretierblock bricht und fällt

Kopf-Crash

Beide Arbeiter arbeiten an unterschiedlichen Seiten. Das 6kg Eisenteil fällt.

W./Mecklenburg-Vorpommern. Ein Brummschädel, eine Schramme am Hinterkopf und eine Schulterprellung – über mehr kann Christian D. (44) nicht klagen. Der Helm des Betonwerkers dagegen ist zertrümmert. Gespalten durch den Aufschlag eines sechs Kilo schweren Eisenteils.

„So sähe jetzt meine Schädeldecke aus, wenn ich den Helm nicht getragen hätte“, sagt Christian nachdenklich. „Und ich würde nicht hier stehen.“ „Ja, was seine Persönliche Schutzausrüstung anbelangt, ist er wirklich gewissenhaft,“ lobt ihn sein Vorarbeiter Heinz R. (53). „Selbst bei Hitze“. Und die brütete auch an jenem Tag, als es Eisen „regnete“.

Niemals „oben ohne!“
Christian und sein Kollege Radovan S. (41) arbeiteten an einer drei Meter hohen Außenform einer Schalung für Betonelemente. Das Ungetüm sollte mittels aufgeschraubten Arretierblöcken oben und unten fixiert werden. Radovan übernahm den oberen. Weil es so heiß war, hatte er seinen Helm abgesetzt und stieg erst „oben ohne“ die Leiter rauf. „Da hat Christian mich angepfiffen: ‚Setz bloß deinen Helm wieder auf!‘“, erzählt Radovan. „Er hat genervt, bis ich nachgegeben habe.“ Beide machten sich an die Arbeit. Radovan auf der Leiter, Christian kniete unter ihm am Fuß der Schalungsform. Jeder schraubte an der Spindel seines Arretierungsblocks.

Man sieht den zertrümmerten Helm

Ein fieses Geschoss
Nun war die ganze Konstruktion aber schon ziemlich alt, auch die Haltebolzen der Blöcke. Und wie heißt es in dem Lied? „Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert.“ Doch dann knallte es: Der Bolzen des oberen Arretierungsblockes brach, als Radovan die Spindel mit einem letzten Ruck anzog. Das kantige Sechs-Kilo-Teil fiel runter – ­direkt auf Christian! Der schaute gerade nach unten, und so traf es ihn erst am Hinterkopf und dann an der Schulter. „Riesig ist das Ding ja nicht und auch nicht so schwer“, sagt Christian. „Aber wenn es aus zwei Metern Höhe fällt, wird es zum fiesen Geschoss.“ Das bekam er deutlich zu spüren.

„Die Ursache“, so der Vorarbeiter, „war Materialermüdung des Bolzens. Das kann immer mal passieren. Bei uns im Betrieb heißt es deshalb: Helm auf. Denn nicht nur Gutes kommt von oben.“

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 4

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.