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Augenschutz hätte schlimme Verletzungen verhindert

Glatter Schnitt durchs Augenlid

Der messerscharfe Strahl durchschnitt das Augenlid.
Der messerscharfe Strahl durchschnitt das Augenlid.

B./Rheinland-Pfalz. Jeder weiß, dass die Technik einem üble Streiche spielen kann. Maschinen und Bauteile verschleißen nun mal. Da kann ein Bolzen plötzlich brechen oder ein Ventil fehlerhaft arbeiten. Das hat auch Arnold S. (52) schmerzlich erfahren. Er wird auf dem linken Auge für immer einen Sehfehler haben – weil er keine Schutzbrille trug.

Der Schlosser in einem Steinbruch bekam die Info, dass der Meißelkopf eines Baggers nicht mehr richtig arbeitet. Wohl was mit der Hydraulik. „Muss das jetzt sein?“ murrte Arnold – es war kurz vor Feierabend. Da sein Kollege in der Spätschicht aber noch einige Stunden den Bagger brauchen würde, hatte er keine Wahl. Er nahm seine Schraubenschlüssel und ging ans Werk. Schutzbrille? Die hing schon im Spind. Überhaupt setzte er sie selten auf: „Die hat mich immer irgendwie behindert“, so Arnold. „Außerdem dachte ich, dass der Fehler wahrscheinlich schnell behoben ist. Bestimmt war das wieder die Macke, die der Bagger schon länger hat. Da brauche ich doch keine Brille!“

Denkste!
Arnold wies den Baggerfahrer an, den Meißelkopf abzulegen und den Motor abzuschalten. Für die Reparatur musste er die Hydraulikleitung öffnen. Vorsichtig begann er, über das Ventil Druck aus allen Leitungsteilen abzulassen. Als nichts mehr kam, war das für ihn grünes Licht. Also runter mit dem Anschlussflansch. Doch da passierte es: Ein hauchfeiner Strahl schoss aus der Leitung. Mit immer noch gewaltigem Druck. Und er traf Arnold direkt ins linke Auge – wie ein unsichtbares Skalpell. Arnolds Augenlid wurde aufgeschlitzt, die Pupille schwer verletzt. Ein schwerer Schock – und ein bleibender Sehfehler.

„Ursache war ein verstopftes Ventil, durch das eine Leitung unter Druck blieb“, so der zuständige Technische Aufsichtsbeamte. „Deshalb: Bei Arbeiten an der Hydraulik:immer eine Schutzbrille tragen. Die hätte Herrn S. ausreichend geschützt.“

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BAUZ Zeitung Seite 4

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