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Helm rettet Schlosser das Leben

Pott sei Dank!

Falsch abgelegt: Die Schlagleisten fielen von der Blechhaube des Antriebsmotors.
Falsch abgelegt: Die Schlagleisten fielen von der Blechhaube des Antriebsmotors.

L./Niedersachsen. Philipp W. (38) kann ab jetzt zweimal Geburtstag feiern: außer seinem wirklichen auch den 13. Juni: An diesem Tag hatte der Schlosser eines Kieswerkes ein buchstäblich niederschmetterndes Erlebnis. Nur sein Helm und eine Riesenportion Glück haben ihn vor dem Tod bewahrt. „Es ist wie ein Wunder“, sagt ­Philipp heute.

An jenem Freitag war der Schlosser mit einem Radlader zu einer mobilen Brecheranlage unterwegs. Mit an Bord: neue Schlagleisten für den Brecher – jede zwei Zentner schwer. Philipp B. wuchtete die Leisten aus der Laderschaufel auf die Blechhaube des Antriebsmotors. Die Anlage arbeitete zwar nicht, aber der Motor rappelte im Leerlauf weiter. Dann der Funkspruch. Ein Kunde wartete auf seine Kiesladung. Also machte Philipp mit seinem Radlader kehrt und erledigte das. Wieder zurück am Brecher, wollte er mit der Reparatur beginnen. Dazu ging er unterhalb des Motors zum ­Brecheraufstieg.

Dank des Helms überlebte Philipp W. den Aufprall der 100 kg schweren Schlagleiste.
Dank des Helms überlebte Philipp W. den Aufprall der 100 kg schweren Schlagleiste.

Blitz aus Stahl
Und genau in dem Moment traf ­
ihn  der  Blitz aus Stahl: Eine 100-kg-Schlagleiste krachte mit ­voller Wucht auf Phillips Kopf. Ohne Helm wäre er mausetot gewesen. Doch der Kunststoff-Pott lenkte das Eisen seitlich ab. Die Leiste traf Philipps rechtes Bein, bevor sie auf dem Boden aufschlug. Risswunde, Knochenbruch. Der Schlag gegen den Kopf war so heftig, dass Philipp trotz Helm ohnmächtig niedersank. So bekam er die nächste Beinah-Katastrophe nicht mit: Eine weitere Leiste fiel herunter – und verfehlte ihn nur um wenige Zentimeter. „Als ich wieder zu mir kam und das Ding neben mir sah, hab ich sofort begriffen, wie viel Glück ich hatte,” erzählt der Schlosser. Per Funk holte er dann Hilfe.

Der Betriebsleiter zu dem Unfall:­ „Es ist absolut leichtsinnig, die Schlagleisten auf der Haube abzulegen. Vor allem hätte Herr W. den Motor ganz ausschalten müssen. Die Leisten gerieten durch die Vibration in Bewegung – wie ein brummendes Handy, das über den Tisch wandert.“

Philipp ist im Nachhinein froh, dass er seinen Helm immer aufhat. Immerhin wehrte der den ersten Schlag ab. Und um die zweite Leiste kümmerte sich dann wohl ­Philipps Schutzengel.

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BAUZ Zeitung Seite 3

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