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Ein Sturz, der nicht hätte sein müssen

Runter geht’s immer

Nachgestellt: Durch seitliches Hinauslehnen und eine nicht ganz standsichere Leiter kam es im Lager zum Unfall.
Nachgestellt: Durch seitliches Hinauslehnen und eine nicht ganz standsichere Leiter kam es im Lager zum Unfall.

T./Sachsen-Anhalt. „Leitern sind vor der Benutzung zu prüfen. Ein sicherer Stand ist Voraussetzung für jegliches Arbeiten.“ Als das Sprunggelenk seines linken Fußes in Trümmern liegt, fallen Fritz M. (32) diese Sätze aus der Unterweisung wieder ein.

Absolut unnötig!
Fritz brauchte neue Karton-Rohlinge aus dem Lager. Die Palette stand in der ersten Etage des Hochregals, also auf 1,60 Meter Höhe. Erstes Problem: kein Stapler weit und breit. Zweites Problem: Die Palette war noch verpackt und mit Bändern umreift. Anlegeleiter und Cuttermesser waren schnell gefunden. Fritz kletterte auf gut zwei Meter Höhe. Das Messer setzte er auf der linken Palettenseite an. Um sich abzustützen, brauchte er seine zweite Hand, lehnte sich also zur ­Seite – und bekam dadurch nach links Übergewicht. Die Leiter kippte, für Fritz ging‘s abwärts. Dabei brach er sich das Sprung­gelenk.

Nachgestellt: Vom Boden hätte Fritz M. die Umreifungsbänder ohne Gefahr durchschneiden  können.
Nachgestellt: Vom Boden hätte Fritz M. die Umreifungsbänder ohne Gefahr durchschneiden können.

Eine Untersuchung des Unfalls ergab: An den Leiterfüßen fehlten zwei Kunststoffkappen. Dann das Hinauslehnen: doppelte Sturzgefahr. Aber das Ärgerlichste: Fritz hätte die Bänder auch ohne Leiter, über Kopf unterhalb der Palette durchschneiden können! „Die defekte Leiter wurde sofort entsorgt“, so der zuständige Vorarbeiter. „Und bei uns gilt ab sofort folgende Regel: Kartons sind ebenerdig zu entnehmen. Wer also an eine Palette will, muss sie erst vom Stapler runtersetzen lassen. Für höher gelegenes Material kommt ab sofort eine verfahrbare Arbeits­bühne zum Einsatz.“

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BAUZ Zeitung Seite 8

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.