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Leiter-Absturz aus fast 3 Metern

Beide Hände voll

Von dort ist Cornelis gefallen

Cornelis E. (52) ist erfahrener Schlosser. Der heute geplante Ausbau eines alten Wandventilators keine große Sache. Gemeinsam mit seinem Kollegen Manuel W. (47) macht sich Cornelis in dem zurzeit nicht genutzten Gebäudeteil an die Arbeit.

Um den in 3,70 m Höhe befestigten Ventilator zu erreichen, nimmt er die Anlegeleiter aus Aluminium zur Hilfe. „Es waren doch nur 4 Schrauben zu lösen. In Nullkommanix gemacht, dachten wir“, erinnert sich Manuel. „Außerdem habe ich die Leiter unten festgehalten.“ Schnell merkt Cornelis, dass sich die vier Befestigungsschrauben nicht mit dem Schraubenschlüssel lösen lassen. Also greift er zur Flex und trennt die Muttern ab. Nachdem er den Ventilator mit einem Hebel aus dem Mauerwerk gelöst hat, packt er mit beiden Händen hinter das Abdeckblech und versucht, das kaputte Teil endgültig herauszuziehen. Doch der Ventilator gibt nach wie Pudding. Damit hat Cornelis nicht gerechnet.  Er versucht, das Gleichgewicht zu halten. Keine Chance. Während er langsam nach hinten kippt, halten seine Hände krampfhaft den Ventilator fest. Manuel kann nur hilflos zusehen, wie sein Kollege mitsamt dem 10 kg schweren Ungetüm auf dem Betonboden aufschlägt. Ein Wunder, dass er sich dabei „nur“ das Steißbein und den Oberschenkel bricht.

Dieser Wandventilator sollte ausgebaut werden.
Dieser Wandventilator sollte ausgebaut werden.

Wie hätte der Unfall vermieden werden können?
Für Tätigkeiten wie diese steht immer ein Kleingerüst zur Verfügung. Nach Meinung der beiden Schlosser hätte der Auf- und Abbau jedoch länger gedauert als der Ausbau des Ventilators selbst. Seltsame Logik, wenn man bedenkt, dass Cornelis jetzt mindestens sechs Wochen im Krankenhaus verbringen und danach drei Wochen Reha machen wird.

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BAUZ Zeitung Seite 7

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