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Einhändig am Winkelschleifer

Angesägt bis auf die Knochen

Armin L. (43) mit dem Winkelschleifer

B./Rheinland-Pfalz. Erst kreischte der Winkelschleifer, dann schrie Armin L. (43). Unter Schock sah er noch, wie sich sein Arbeitshandschuh rot färbte. Dann wurde alles dunkel.

Es passierte kurz nach Arbeitsbeginn. Betonbauer Armin (34) war gerade dabei, den neuen Mitarbeiter Stefan M. (32) einzuweisen. Die Stimmung war gut, beide Kollegen verstanden sich auf Anhieb. Stefan sollte die Bewehrungen und Metallformen für die Betonfertigteile bearbeiten. Damit sie passten, mussten die Grate und Unebenheiten weg geschliffen werden.  Armin griff zum Winkelschleifer, der „Baby-Flex“, wie er sie nannte. „Weil sie so leicht ist und praktisch in der Hand liegt“, erklärte er. Stefan schaute zu, wie sein Kollege die Fächerscheibe einsetzte. Dann packte Armin die Form mit der linken und den Winkelschleifer mit der rechten Hand. Und fing an, das Metallstück auf das notwendige Maß zu bringen. „Ich hab mich nicht getraut was zu sagen“, berichtet Stefan M. „Aber das mit der Einhandbedienung fand ich fahrlässig.“

Am seidenen Faden
Beim Schleifen der scharfkantigen Ränder rutschte Armin vom Metallstück ab. Die vibrierende Fächerscheibe traf seine Hand und trennte ihm in Sekundenbruchteilen den Zeige- und Mittelfinger fast ab. Beim Anblick seines blutgetränkten Handschuhs wurde Armin schwummerig. Als er dann beim Herunterziehen des Handschuhs seine baumelnden Finger sah, brach er bewusstlos zusammen. Eine halbe Stunde später befand er sich schon auf dem Weg in die Unfallklinik.
„Armins Unfall hat alle Kollegen total geschockt“, berichtet Stefan. „Hat doch hier jeder vorher so gemacht. Die kleinen Dinger sind einfach verführerisch. Aber: egal wie klein, an den Winkelschleifer gehören eben immer zwei Hände.“

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 4

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.