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Wildunfälle

Tod in der Dämmerung

Ein Reh steht in der Dämmerung

„Ich sah die funkelnden Augen im Scheinwerferlicht - mitten auf der Fahrbahn - und riss das Steuer rum.“ Mit diesem riskanten Ausweichmanöver lenkte der 36-jährige Lothar S. an einem Maimorgen seinen Mazda gegen einen Baum. Der folgende Krankenhausaufenthalt war bitter für den selbständigen Steinmetz. „Morgens auf dem Weg zur Arbeit denkt man doch nicht an so was,“ ärgert sich Lothar.

Doch genau dann passieren rund zwei Drittel aller Wildunfälle; besonders in den Stunden rund um die Morgen- und Abenddämmerung. Das führt jährlich zu rund 3.500 Verletzten und 30 Toten.

Vor allem von Oktober bis Januar (Brunftzeit) und April bis Juni (Revier­kämpfe) sollten sich Fahrer auf nächtlichen „Dauerverkehr“ von Rehen und Hirschen einrichten. Kritisch ist es zwischen 5 und 8 Uhr morgens sowie 17 bis 22 Uhr am Abend.

Ein 20-Kilo-Reh, das gegen ein 50 km/h schnelles Auto prallt, entwickelt ein Aufschlaggewicht von einer Tonne. Daher ist Vorsorge das beste Rezept: Fahren Sie besonders in Wäldern und vorbei an Feldern und Gebüschen langsam und vorausschauend. Behalten Sie den Fahrbahnrand rechts und links im Auge. Wenn ein Tier auftaucht: bremsen, sofort abblenden, hupen! Kommt es trotzdem hart auf hart, möglichst nicht ausweichen. Lenkrad fest­halten, geradeaus steuern, voll auf die Bremse treten und Aufprall abwarten. 

Wild angefahren – und nun?

  • Unfallstelle absichern (Warnblinker und Warndreieck)
  • Abstand vom verletzten Tierhalten, damit sein Stress nicht größer wird
  • Getötetes Wild an den Straßenrand ziehen. Nicht einpacken und mitnehmen (Wilderei)
  • Füchse nur mit Handschuhen anfassen – Tollwutgefahr!
  • Beweise sichern für die Versicherung (Foto, Zeugen)
  • Polizei verständigen; die informiert den zuständigen Jäger
  • Schaden innerhalb einer Woche der Versicherung melden

Kontextspalte

BAUZ Zeitung Seite 7

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.