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Arbeit im Natursteinbetrieb

Haut krank – Job futsch

Ramons Hände sind von der Abnutzungsdermatose schwer gezeichnet.
Ramons Hände sind von der Abnutzungsdermatose schwer gezeichnet.

Seit eineinhalb Jahren ist Ramon P. (36) arbeitslos. Feuchtarbeit und der Umgang mit Epoxidharzklebern belasteten seine Haut. Erst machten seine Hände nicht mehr mit. Dann das Gesicht. Und zum Schluss die Lunge. „Ich hab nicht gewusst, wie gefährlich es ist, als Nassschleifer ohne Handschuhe zu arbeiten“, erzählt Ramon P. „Wenn du nicht höllisch aufpasst, bist du eins, zwei, drei raus aus’m Job“.

Warnzeichen gab es bei Ramon schon recht früh. Erst reagierte er mit roten, rissigen  Händen. Dann mit schuppigen Stellen. „Abnutzungsdermatose“, wie er später erfuhr. „Eine Vorschädigung der Haut, die kaum jemand ernst nimmt“, so der behandelnde Arzt. Auch nicht die Verantwortlichen des Betriebes. Als Ramon dann im Gesicht reagiert, geht er zum Spezialisten. Mit Cortisonsalbe und Tabletten erholt sich seine Haut. Ramon fängt wieder an zu arbeiten. Doch schon bald kommt es zum Rückfall: Es beginnt mit einer Rötung über den Augenbrauen. Dann reagiert die Haut beider Hände um das Nagelbett, an den Handinnenflächen und Fingerzwischenräumen. An zahlreichen Stellen ist die Haut aufgeweicht. Das liegt daran, dass Ramon seine Arbeit als Nassschleifer ohne jeglichen Hautschutz ausführt. Absolut fahrlässig! Er trägt noch nicht einmal die vom Betrieb zur Verfügung gestellten Gummihandschuhe.

Beide Finger sind von der Abnutzungsdermatose schwer gezeichnet.

Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft schaltet sich ein. „Ich wurde beraten, welche Schutzmassnahmen ich einhalten soll. Und der Betrieb hat einen Hautschutzplan mit Hautschutzcreme, Reinigungsmittel und Hautpflegecreme für alle eingeführt.“ Doch die Maßnahmen können bei Ramon die Krankheit nicht mehr aufhalten. Als er dann noch Probleme mit der Atmung bekommt, ist Schluss. Ramon wird arbeitslos. Bis heute weiß er nicht, wie es beruflich weitergehen soll.

Die Geschichte von Ramon P. zeigt: Jeder Mitarbeiter sollte das Thema Hautschutz ernst nehmen. Wenn sich Haut und Hände verändern, ist sofort der Betriebsarzt zu benachrichtigen. Im Fall von Ramon P. wurde wertvolle Zeit vertan, bevor es zu den erforderlichen Hautschutzmaßahmen kam.

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BAUZ Zeitung Seite 5

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