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Betonwerker: „Mein bester Fuß – kaputt für immer!“

ABGESCHMIERT – KICKEN ADE !

Nachgestellt: Zwei Mitarbeiter zeigen, wie der Unfall passiert ist.
Nachgestellt: Zwei Mitarbeiter zeigen, wie der Unfall passiert ist.

München. „Alles ging klar. Und dann lässt mein bester Freund das Ding vom Rand abrutschen! So ein Mist!” Thomas P. (32), seit 1994 Einschaler in einem Betonwerk, ist wütend und enttäuscht.
Nicht nur seine Frau Sabine (28) ist die Leidenschaft des frischgebackenen Ehemannes: Er liebt den Sport und „seine“ Jungs vom FC Bayern. Bis vor zwei Wochen war er jeden Samstag der Star seiner Hobby-Elf, trainierte viel nach Feierabend. Doch plötzlich: Aus und vorbei war’s mit dem Kicken.

Dabei hat er doch nur wie immer seinen Job gemacht! Ein stählerner Stützring musste von einer Rohrverschalung gehoben werden. Die aufrecht stehende, 2 Meter hohe Betonröhre war endlich ausgehärtet. Es regnete in Strömen, keiner vom Trupp wollte freiwillig raus. „Einer muss es ja machen, dachte ich.“ Thomas P. schnappte sich seinen besten Freund und Kollegen Andreas T. (29). Sie stellten ihre Leitern an die Holzverschalung, kletterten drei, vier Stufen hinauf. Gemeinsam hoben sie den obersten Stützring (2,5 Meter im Durchmesser, ein Zentner schwer) an und legten ihn auf dem Rand der Verschalung wieder ab. Beide kletterten zwei Sprossen runter, hielten dabei den Ring fest. Auf der vorletzten Sprosse angekommen – nur 30 cm über dem Boden! – wollten die beiden auf Kommando den Ring über Kopf anheben. Da passierte das Unglück: Andreas T. rutschte der Stahlring ab. Er wollte nachfassen, da verlor Thomas P. unter ihm das Gleichgewicht. Er stürzte – und mit ihm die Röhre. Sein rechter Fuß verkeilte sich zwischen Leiter und Röhre. „Ich dachte nur: mein Schuss-Fuß! Der tat sofort höllisch weh. Mir wurde schwarz vor Augen.“ Sein Freund: „Um ein Haar hätte ihn der Ring erschlagen. Ich sah ihn fallen, dachte: Jetzt ist es aus. Ich fühle mich schuldig. Mir ist nichts passiert.” Die Träume von Thomas P. sind zerplatzt. Der Mittelfuß war komplett zertrümmert. Mit dem Fußball ist es ein- für allemal vorbei. Sport heißt für ihn jetzt Reha und Hallenbad. „Irgendwann wird alles zur Routine, dann unterschätzt man das Risiko. Gerade zu zweit wird man leicht unvorsichtig“, meint Thomas P. Seinen besten Freund will er erst mal nicht mehr sehen. „Hoffentlich werde ich irgendwann meinen Job wieder machen können.“ Fußball jedenfalls wird er nur noch im Stadion oder TV erleben.

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BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.