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Elsie rettet Baggerführer

Knochen auf Lebenszeit

Der Feldweg 500m vor dem Unglücks-ort. Hier kennt Elsie sich aus.
Der Feldweg 500 m vor dem Unglücksort. Hier kennt Elsie sich aus.

Langenhagen. Am Dienstagabend kommt der erfahrene Baggerführer Rudi M. (41) von der Arbeit nicht nach Hause. Seine Frau Helga M. (39) hat das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. „Sonst ruft er an, wenn er sich verspätet“, berichtet Helga M. „Ich habe mich gefragt, ob eine andere Frau dahinter steckt. Und gedacht habe ich, das kann er mir doch nicht antun. Ich liebe ihn doch.“

Elsie (5) ist eine ausgebildete Rettungshündin.
Elsie (5) ist eine ausgebildete Rettungshündin.

Was sie zu dem Zeitpunkt nicht weiß: Ihr Mann hat kurz vor Feierabend einen Unfall gehabt. Keiner seiner Kollegen hat beim Verlassen der Baustelle etwas bemerkt. Schon seit Stunden liegt Rudi M. bewusstlos in einer nicht abgesicherten Baugrube, mit blutverschmiertem Kopf, bei eisigen Temperaturen und leichtem Schneefall. Mit jeder Stunde wird es kälter. Der Körper von Rudi M. beginnt auszukühlen. Doch Rudi M. fühlt die Gefahr nicht.

Etwa 2,5 Kilometer von der Baustelle entfernt wohnt Petra Z. (25), Ingenieurin und Hundeführerin, mit ihrem Labrador Elsie (5). „An diesem Abend wollte Elsie unbedingt noch mal vor die Tür“, erinnert sich Petra Z. „Sie war so gut drauf, dass ich mit ihr noch mal los bin. Draußen war es furchtbar kalt und es hatte angefangen zu schneien. Elsie nahm gleich Kurs auf die Felder hinter unserem Haus. Da wusste ich, dass sie einen längeren Spaziergang vorhat.“ Nach etwa einer halben Stunde erreicht Petra Z. einen Bauzaun. Elsie ist ihr wie immer weit voraus. In der Ferne hört Petra Z. sie bellen. Und dieses Bellen kommt ihr plötzlich anders vor. „Ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmt. Elsie zeigt durch ihr Bellen an, wenn sie etwas gefunden hat. Das haben wir so oft beim Training für Rettungshunde geübt“, erzählt Petra Z. „Ich wusste, dass es sich um einen Menschen handeln musste.“ Elsie hatte es geschafft sich durch eine 20 cm schmale Lücke im Bauzaun zu zwängen. Petra Z. handelt schnell. Sie klettert über den Zaun. Es dauert nicht lange und sie hat Elsie gefunden. Die sitzt treu am Rand der Baugrube und wartet. Petra Z. richtet ihre Taschenlampe in die Baugrube und entdeckt den verletzten Rudi M. Jetzt ist Eile geboten. Polizei und Rettungskräfte sind schnell vor Ort. Es dauert etwa 30 Minuten, bis Rudi M. in die Medizinische Hochschule Hannover gebracht wird. Er hat einen Schädelbasisbruch und schwere Unterkühlungen.

„Ich bin so froh, dass mein Mann keine andere hat“, schluchzt Helga M. später im Beisein von Petra Z. „Wenn Ihr Hund nicht gewesen wäre, wäre mein Mann über Nacht erfroren. Wie hat sie ihn bloß gefunden?“ „Elsie hat Ihren Mann gerochen“, erklärt Petra Z. „Selbst ein untrainierter Hund ist in der Lage, einen verletzten Menschen aus mehr als 50 m Entfernung zu riechen. Und Elsie übt das zweimal pro Woche.“ Helga M. weiß, dass ihr Mann überleben wird. Als Dank bekommt Elsie jetzt Knochen auf Lebenszeit.

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BAUZ Zeitung Seite 12

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