F./Bayern. – Eigentlich wollte Klaus P. (57) nur zu einer oberhalb gelegenen Bohrstelle fahren. Deshalb änderte er die Fahrtrichtung. Doch das Bohrgerät wollte nicht so wie er. Und kippte seitlich um. Was war passiert?

 

Klaus hatte die Sprenglöcher fertig gebohrt. Ein neuer Einsatz wartete auf ihn weiter oben im Steinbruch. Um dort hinzukommen, musste er mit dem Bohrgerät wenden. Und das machte er diesmal schwungvoll hangabwärts über die Kette. Dabei führte er die Bohrlafette ebenfalls hangabwärts. Ein fataler Fehler! Denn das Bohrgerät begann zu kippen. Für einen Moment dachte Klaus noch, er hätte alles im Griff. Aber dann neigte sich das Bohrgerät immer weiter Richtung Boden, bis es mit lautem Krachen umstürzte. Klaus versuchte sich abzustützen. Dabei brach er sich den Arm. Das Bohrgerät landete schwer beschädigt auf der Seite.

„Durch das Wenden am Hang neigte sich das Bohrgerät hangabwärts. Der Schwerpunkt wanderte über die Kippkante. Das Kippmoment wurde größer als das Standmoment. Das Bohrgerät stürzte um“, so die zuständige Sicherheitsfachkraft. „Für die Standsicherheit des Bohrgerätes muss sich der Schwerpunkt innerhalb der Kippkanten der Lafette befinden. Das heißt für den Bohrmaschinisten, dass er erst bergseits drehen und dann die Schwenkbewegung einleiten muss.“