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Kragarm von Säulenschwenkkran stürzt ab

Ungeprüfte Gefahr

Nachgestellte Situation: Ein Mitarbeiter hält seinen Arm unter den Kragarm eines Säulenschwenkkrans.
Unfall nachgestellt

L./Niedersachsen. – Heben, transportieren, absetzen. Säulenschwenkkrane sind Allrounder beim Arbeiten mit Natursteinen. Doch auch der beste, stärkste Kran nutzt sich ab. Und muss deshalb regelmäßig geprüft werden. Sonst wird es mordsgefährlich.

Theo W. (32) wollte an der Werkbank einen Naturstein bearbeiten. Zum Transport seines 100kg schweren Werkstücks nutzte er den Säulenschwenkkran. Damit lassen sich große, schwere Teile schnell und sicher aufnehmen. Und genauso kraftschonend und präzise umsetzen. Die Gefahr beim Transport von Natursteinen ist, dass durch Anstoßen, hartes Aufsetzen oder ruckartiges Ausrichten die Steine beschädigt werden können. Mit dem Säulenschwenkkran ist ein sanftes Heben und Absetzen möglich. Der Schwenkbereich lässt sich individuell zu allen Seiten anpassen.

„Der Befestigungsbolzen hatte sich gelöst.“

Theo hatte den Kran gerade klargemacht. Dabei befand er sich mit seinem rechten Arm unterhalb der Traverse. In dem Moment passierte das Unfassbare. Der Kragarm des Krans löste sich und stürzte ohne Vorwarnung nach unten. Theo hatte keine Chance zu reagieren. Sein Unterarm wurde von dem Eisenteil mit voller Wucht getroffen. Als das Metall seinen Arm zertrümmerte, wurde er ohnmächtig.

„Die Untersuchung ergab, dass sich der Befestigungsbolzen des Kragarms gelöst hatte“, so die zuständige Sicherheitsfachkraft. „So kam es zum Absturz der Traverse. Unfallursächlich ist Verschleiß. Der Kragarm war durch mangelnde Instandhaltung nicht mehr sicher in der Aufhängung an der Säule befestigt. Wer mit Kranen arbeitet, muss an diesen vor Arbeitsbeginn eine Sichtkontrolle durchführen. Außerdem sind Krananlagen und Hebezeuge von einem Sachkundigen in festgelegten Zeitabständen auf ihren sicherheitstechnischen Zustand zu prüfen.“

Kurz & knapp

  • Arbeitsmittel sind verschiedenen Belastungen ausgesetzt wie z.B. Alterung, Abnutzung, Verschmutzung, Korrosion, Wärme etc. Dies ist bei der Prüfung zu berücksichtigen.
  • Der Kranführer muss vor Arbeitsbeginn den Zustand seines Krans prüfen. Durch tägliche Sichtkontrolle lassen sich Schäden und Mängel rechtzeitig erkennen. Diese mssen erst behoben werden, bevor weitergearbeitet wird.
  • Für einen sicheren Betrieb müssen Krane außerdem mindestens einmal pro Jahr durch einen Sachkundigen geprüft werden. Die Ergebnisse sind im Prüfbuch zu dokumentieren.
  • Eine vorausschauende Wartung und vorbeugende Instandhaltung ist wichtig für einen sicheren Betrieb.

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BAUZ 38 Seite 3

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