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Gabelstaplerfahrer übersieht Fußgängerin im toten Winkel

Überrollt

Die Rückseite eines Gabelstaplers. Auf dem Boden sind die Umrisse von menschlichen Beinen zu sehen.

P./Mecklenburg-Vorpommern. – „Jens war ein besonnener, ruhiger Fahrer. Mit langjähriger Erfahrung und Übersicht“, erinnert sich Kollege Ludwig H. (42). „Am Tag des Unfalls war Jens mit dem Stapler unterwegs vom Lager zur Produktion. Mit dem Ladegut nach vorn fuhr er vorwärts eine leichte Rechtskurve. Die Kamera zeigte freie Fahrt voraus. Da kam es zum tragischen Zusammenstoß.“ Der Stapler überrollte eine Mitarbeiterin.

Jens L. (51) ist das Schlimmste passiert, was man sich als Staplerfahrer vorstellen kann. „Du checkst die Kamera, bist sicher, dass kein Fußgänger da ist. Und dann ist es plötzlich passiert“, seufzt Ludwig H. „In unserem Betrieb ist es üblich, mit dem Ladegut nach vorn, bergseitig zu fahren. Maximal sind 10 km/h erlaubt. Jens war kein Raser.“

„Trotz Kamera gab es einen toten Winkel auf der linken Seite.“

Von hinten erfasst
Die Mitarbeiterin hatte ihre Schicht beendet und war auf dem Weg zum Betriebseingang, als der Stapler sie von hinten erfasste. Jens L. hielt nach der Kollision sofort an, verließ den Stapler und eilte der Verunfallten zu Hilfe. Doch sie verstarb noch an der Unfallstelle. Ein Geschehen, das den gesamten Betrieb erschütterte.

„Das Sichtfeld beim Transport der Ladung reichte nicht aus, obwohl der Stapler mit einer zusätzlichen Kamera vorn rechts ausgerüstet war“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Das Ladegut war 1,75 m hoch, 80 cm breit und 1,40 m tief. Trotz Kamera gab es links einen toten Winkel, in dem sich die Mitarbeiterin befand. Außerdem waren die innerbetrieblichen Verkehrswege nicht getrennt.“

Fazit

Nach dem Unfall reagierte der Betrieb sofort. Es wurden

  • getrennte, sichere Wege für Fußgänger und den innerbetrieblichen Verkehr ausgewiesen,
  • mobile Absperrungen eingerichtet,
  • Warn- und Hinweisschilder aufgestellt,
  • Kreuzungsbereiche mit Zebrastreifen kenntlich gemacht,
  • alle Mitarbeiter diesbezüglich unterwiesen,
  • ein erweitertes Sicherheits- und Verkehrskonzept erarbeitet.

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BAUZ 35 Seite 3

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