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Interview

Wissen, was zu tun ist

Der Ausbilder E-Betrieb Fabian Möller (r.) und der Personal- und Ausbildungsleiter Tino Kister im Interview.
Der Ausbilder E-Betrieb Fabian Möller (r.) und der Personal- und Ausbildungsleiter Tino Kister. Foto: Mirko Bartels
Joschua Engel, Auszubildender zum Chemikanten bei der K+S KALI GmbH, untersucht die elektrische Leitung einer Lampe.
Joschua Engel, Auszubildender zum Chemikanten: „Unsere Anlagen werden größtenteils elektrisch betrieben. Im Zweifelsfall muss es immer heißen: Finger weg! Wenn man die Gefahr nicht genau einschätzen kann, sollte man sich eine qualifizierte Meinung einholen oder den Elektriker ranlassen.“ Foto: Mirko Bartels

K+S Kali GmbH

Die angehenden Chemikanten des Kaliwerks lernen auch, Anlagen zu überwachen. Bei Störungen gehört die Fehlersuche zu ihren Aufgaben. Sie müssen elektrische Defekte erkennen und fachkundige Kollegen aus der Elektroabteilung hinzuziehen. Im Interview erläutern Fabian Möller, Ausbilder E-Betrieb, und Tino Kister, Personal- und Ausbildungsleiter, was ihre Auszubildenden zum Thema Strom wissen müssen.

Möller: Die Chemikanten durchlaufen mehrere Elektromodule hier in der Lehrwerkstatt. Das fängt im ersten Lehrjahr mit ’nem Grundmodul der Elektrotechnik, mit praktischen Steckübungen und Grundschaltungen an. Auch der ganze Bereich der elektrischen Sicherheit wird betrachtet. Im zweiten Lehrjahr kommt das Thema Messtechniken dazu. Hier wird alles geschult, was die Chemikanten für ihren Beruf brauchen. Im dritten Lehrjahr ist dann die Steuerungs- und Regelungstechnik dran.

Mery Hach, Auszubildende zur Chemikantin bei der K+S KALI GmbH, prüft den Stromfluss an einer Übungsstation.
Mery Hach, Auszubildende zur Chemikantin: „Es dürfen nur geprüfte Geräte benutzt werden. Bevor wir elektrische Geräte verwenden, führen wir eine Sichtprüfung durch und schauen, ob was schadhaft ist. Und wir setzen elektrische Geräte nach der Bedienungsanleitung ein.“ Foto: Mirko Bartels

Wie wird der sichere Umgang mit elektrischen Geräten geübt?
Möller: Wir haben ein sehr grobes Umfeld mit Staub, mechanischen Einwirkungen, Feuchtigkeit. Jeder muss wissen: Unsere Arbeitsmittel sind beansprucht und müssen geprüft werden. Die Auszubildenden werden darauf geschult, die Sichtprüfung vor dem Gebrauch zu machen und nur geprüfte Geräte in Gang zu setzen. Deswegen haben wir hier Übungsmodelle. Die Auszubildenden können schon mal die Handlampe oder das Verlängerungskabel als typische Arbeitsmittel prüfen und lernen, wie man dabei systematisch vorgeht.

„Wir bringen mit Übungsmodellen die Praxis nahe.“

Timo Weß, Auszubildender zum Chemikanten bei der K+S KALI GmbH, prüft die Leitung eine Verlängerungskabels.
Timo Weß, Auszubildender zum Chemikanten: „Jeder sollte mitdenken und wissen, wo die Gefahr wirklich besteht. Und wenn man sich nicht sicher ist, lieber nachfragen und ’nen Elektriker holen. Auf keinen Fall auf gut Glück was probieren.“ Foto: Mirko Bartels

Was ist noch wichtig?
Kister: Jeder Mitarbeiter muss ein Grundverständnis entwickeln zu den Sicherheitsregeln und im Umgang mit elektrischem Strom. Aber auch die speziellen Verantwortlichkeiten kennen, um die Tätigkeiten abzugrenzen. Unsere Chemikanten, die in den Produktionsanlagen sind, müssen genau den richtigen Moment erkennen, wann die Elektrofachkräfte einzuschalten sind.

Möller: Jeder muss seine Kompetenzen kennen und wissen, wo sein Bereich anfängt und wo er aufhört. Wir haben hier eine rund um die Uhr besetzte Elektroabteilung. Die Auszubildenden können diese jederzeit zu Hilfe und zurate ziehen.

Kister: Wenn beide Seiten Fachausdrücke kennen und ähnliches Wissen haben, entsteht Respekt voreinander. Der Chemikant kann dem Elektriker die Störung relativ genau beschreiben. Dann haben wir einen hohen Wirkungsgrad und die Störungsbehebung wird schnell und fachlich korrekt ausgeführt. Das ist unser Ziel.

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BAUZ 34, Seite 8

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