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Medikamentenmissbrauch

Hirndoping

Mit Tabletten nachgestelltes Hirn. Die Begriffe „wach“, „gut drauf“, „belastbar“, „konzentriert“, „selbstbewusst“ und „angstfrei“ sind zu lesen. Sie stehen für die Gründe, warum gesunde Menschen zu Medikamenten greifen.
Foto: ©OLEXANDR YEROMIN/123RF.com

„Schneller und konzentrierter arbeiten. Länger wach bleiben. Gut drauf sein.“ Das sind Gründe, warum gesunde Menschen für ihren Job zu verschreibungspflichtigen Medikamenten greifen.

Wer Medikamente aus solchen Gründen nimmt, betreibt „Hirndoping“. Ziel ist, sich belastbarer, angstfreier, selbstbewusster zu fühlen. Müdigkeit wird reduziert, Wachheit gesteigert. Das alles jedoch nur kurzfristig und oft mit starken Nebenwirkungen. Diese reichen von Schwindel über Schlaf- und Herzrhythmusstörungen bis hin zu Lebererkrankungen.

Medikamente selbst verordnet

Anfällig für Hirndoping sind Menschen, die sehr leistungsbereit sind und innerlich unter Druck stehen. Sie arbeiten viel und lange. Häufig haben sie einen unregelmäßigen Arbeitsablauf. Um noch belastbarer zu sein und mit dem Stress klarzukommen, „verordnen“ sich Mitarbeiter die Medikamente selbst. Und gefährden damit ihre Gesundheit. Was viele nicht wissen: Auch eine geringe Dosis kann abhängig machen. Außerdem verändern Medikamente Wahrnehmung und Konzentration und setzen das Reaktionsvermögen herab. Wer ein Fahrzeug führt, Maschinen und Anlagen bedient oder einen höhergelegenen Arbeitsplatz hat, ist besonders gefährdet.

Neue Wege finden

Laune und Leistung lassen sich auf anderem Wege verbessern. Ein selbstbewusster Umgang mit Stress, Konflikten und Misserfolgen ist erlernbar. Und auch eine optimistische Grundhaltung lässt sich entwickeln. Wie man sich selbst Gutes tun kann, zeigt der Selbst-Check „Achtung, jetzt komm ich!“

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BAUZ 33, Seite 9

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.