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Risiko Alkohol

Schluck für Schluck

Mann mit Warnweste und Helm trinkt aus einer braunen Flasche.
Foto: iStock.com/JuergenBosse

Alkohol gehört dazu. Auch in vielen Betrieben. Doch schon kleine Mengen haben Auswirkungen. Die Konzentration sinkt, die Risikobereitschaft steigt und damit auch das Unfallrisiko. Wer schnell und gezielt reagieren muss, ist nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte. Eine gefährliche Situation am Arbeitsplatz.

Je schneller Alkohol ins Blut gelangt, desto schneller wird man betrunken. Beschleunigt wird dies z. B. durch warme oder zuckerhaltige alkoholische Getränke, schnelles Trinken oder einen leeren Magen. Schon kleinere Mengen wirken sich aus – von gesteigerter Redseligkeit bis hin zur Gereiztheit. Bei größeren Mengen kommt es z. B. zu Schwindel, unscharfem Sehen, erhöhter Risikobereitschaft und verlangsamten Reaktionen. Für die Sicherheit am Arbeitsplatz und auf der Straße ein unkalkulierbares Risiko. Je mehr Alkohol getrunken wird, desto größer das Unfallrisiko. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass bei 20–25 % aller Arbeitsunfälle Personen Alkohol getrunken haben.

Risiko Restalkohol

Wieder nüchtern zu werden, dauert lange. Alkohol wird von der Leber nur schrittweise abgebaut – pro Stunde durchschnittlich etwa 0,1 Promille. Die Geschwindigkeit ist bei jedem Menschen verschieden und kann durch nichts beschleunigt werden. Auch Schlafen, Kaffee oder Sport ändern daran nichts. Die Menge des Restalkohols im Blut und die Auswirkungen – auch auf den Job – werden oft unterschätzt.

Gift für Leber, Gehirn & Co.

Alkohol schädigt Leber, Gehirn, Nerven, Herz, Magen und Bauchspeicheldrüse. Etwa 10 Millionen Menschen in Deutschland trinken so viel, dass sie ihre Gesundheit gefährden. Jährlich sterben rund 20.000 Menschen an den Folgen des Alkohols. Eine mittlere Kleinstadt trinkt sich hierzulande also jedes Jahr zu Tode. Der Weg in die Alkoholkrankheit ist schleichend: Aus Genuss wird Gewöhnung. Durch Gewöhnung wird die Dosis gesteigert. Der Alkohol beginnt, eine bestimmende Rolle und Funktion im Leben einzunehmen. Dies führt über längere Zeit zur Abhängigkeit. Man kann nicht mehr ohne. Die Selbstkontrolle geht verloren.

Hinschauen und ansprechen

Kollegen helfen Betroffenen nicht, indem sie wegschauen, ihnen die Arbeit abnehmen oder Fehler ausbügeln. Suchen Sie das direkte Gespräch. Teilen Sie Ihre Beobachtungen mit, äußern Sie Ihre Sorge. Wenn es einen betrieblichen Suchtberater in Ihrem Betrieb gibt, beziehen Sie diesen mit ein.

Alkoholprobleme erkennen

Dass jemand Alkoholprobleme hat, bleibt zu Beginn oft unbemerkt. Doch früher oder später können Freunde, Kollegen, Vorgesetzte dies erkennen – auch am Arbeitsplatz. Eine Abhängigkeit liegt vor, wenn der Kollege

  • eine Alkoholfahne hat,
  • heimlich Flaschen lagert,
  • seine Trinkmengen herunterspielt,
  • den Geruch/Atem tarnt,
  • besonders schnell trinkt, um den Pegel anzuheben.

Bei Entzug kommt es zu Schweißausbrüchen, Zittern, Kontrollverlust und einem unbändigen Verlangen nach dem nächsten Schluck.

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BAUZ 33, Seite 8

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