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Massives Getriebe einer Planierraupe stürzt auf Mitarbeiter

Schwerer Fall

Blick in die Montagegrube, wo die fast ausgefahrene Getriebesicherung unter dem Loch steht, in dem das Getriebe befestigt war.
Blick in die Montagegrube auf das abgestürzte Getriebe.

Z./Rheinland-Pfalz. – Zwei erfahrene Schlosser hatten die Aufgabe, das Getriebe einer Planierraupe zu reparieren. Ein schwerer Brocken mit fast 300 Kilo. Beim Ausbau rutschte das Getriebe aus seiner Halterung und krachte in die Montagegrube. Ein Mitarbeiter wurde dabei schwer verletzt. Was war passiert?

„Die Herstellerfirma hatte angeboten, die Reparatur zu übernehmen. Aber unser Chef wollte, dass wir das machen“, erzählt Lami M. (41). Mit seinem Kollegen Raik F. (43) ließ er sich dafür von der Herstellerfirma telefonisch die Technik und die Reihenfolge beim Ausbau erklären. Die Reparatur gelang. Beim Wiedereinbau schmierten Raik und Lami Fett auf die Halterung, um das Getriebe einfacher wieder zurück in Position zu bekommen. Bei der anschließenden Kontrolle lief die Planierraupe aber nicht rund. Also zurück in die Werkstatt. Während Raik in die Montagegrube stieg, um das Getriebe abzusichern, begann Lami damit, die Schrauben der Getriebehalterung zu lösen. Wohl etwas zu früh. Denn auf einmal rutschte das Getriebe heraus und stürzte zwei Meter in die Tiefe. Raik wurde voll getroffen. Er kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.


„Die Unfallursache liegt vor allem in der fehlenden Absprache.“


„Beide Mitarbeiter waren unterwiesen. Sie hätten jedoch vor Beginn der Arbeiten einen Arbeits- und Ablaufplan festlegen, einhalten und sich absprechen müssen“, erläutert die zuständige Aufsichtsperson. „Herr M. hat die Schrauben der Getriebehalterung gelöst, ohne sich vorher zu vergewissern, ob das Getriebegehäuse abgestützt ist und Herr F. den Gefahrenbereich verlassen hat. Beide Kollegen arbeiten seit vielen Jahren zusammen, besitzen umfangreiche Erfahrung und Fachkompetenz. Trotzdem haben sie unterschätzt, dass sich ein mit Fett eingeschmiertes 300-Kilo-Teil von selbst aus der Halterung lösen könnte.“

Kurz & knapp

  • Arbeits- und Ablaufplan genau festlegen und einhalten. Mögliche Risiken bedenken.
  • Besonders bei Arbeiten an verschiedenen Stellen auf den Kollegen achten und Absprachen treffen.
  • Schwere Teile vor dem Herabfallen sichern.
  • Erst den Gefahrenbereich verlassen, dann die Schrauben lösen.

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BAUZ 33, Seite 5

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