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Scharfkantiges 200-Kilo-Teil trennt Mitarbeiter halben Fuß ab

Fuß-Spalter

Blick auf den Unfallort. Die Radladerschaufel ist angehoben, die abgesprengte Unterschraubschneide liegt noch auf dem Boden.
Scharfkantiges 200-Kilo-Teil trennt Mitarbeiter halben Fuß ab

C./Baden-Württemberg. – „Wir hatten die Radladerschaufel angehoben und abgekippt. So konnte Mirko im Stehen die Schrauben der Unterschraubschneide abbrennen“, berichtet Anton S. (39). „Er war fast fertig, als sich die Schneide plötzlich von selbst löste. Und dann sah ich nur noch, wie das Riesenteil mitten in Mirkos Fuß steckte.“

Brecherfahrer Mirko T. (48) und sein Kollege Anton wollten die Unterschraubschneide einer Radladerschaufel wechseln. Die scharfkantige Schneide ist mit Schraubbolzen an der Unterseite der Schaufel befestigt. Zum Abmontieren werden diese mit dem Schneidbrenner gelöst. Eine Routinearbeit. „Wir haben die Schaufel auf ungefähr 1,5 m angehoben und gekippt, damit wir im Stehen arbeiten konnten“, erinnert sich Anton. „Mirko begann mit dem Abbrennen. Er hatte noch drei Schrauben übrig, da platzte die Schneide mit voller Wucht von der Schaufel ab und fiel herunter.“ Das schwere, scharfkantige Teil trennte Mirko den Vorderfuß ab.


„Das Material unter der Schneide sprengte die Schrauben ab.“

„Die Untersuchung des Unfalls ergab, dass sich Material unter der Schneide gesammelt hatte“, so die zuständige Aufsichtsperson. „Das erzeugte einen solchen Druck, dass die Schneide aus den Bolzen gepresst wurde, obwohl noch gar nicht alle Schrauben gelöst waren. Die Arbeit an der angehobenen, gekippten Radladerschaufel erfolgte ohne Fallsicherung. Der Unfall hätte verhindert werden können, wenn die Schaufel mit einem Bock abgestützt worden wäre. Dieser hätte die fallende Unterschraubschneide aufgefangen. Beide Mitarbeiter hatten die Gefahr des Herabfallens der Schneide unterschätzt. Herr T. war unterwiesen und besaß langjährige Erfahrung. Eine Gefährdungsbeurteilung für diese Tätigkeit lag nicht vor.“

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BAUZ 33, Seite 5

BAUZ kommt.

Weil soviel passiert, passiert jetzt was.