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Eine Kampagne der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft
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Andreas Thaler & Co. OHG

Jeder Zweite ist
Ersthelfer

Ein schwerer Arbeitsunfall im Betrieb ging für den Betroffenen gut aus. Denn ein Kollege wusste, was zu tun ist, und leitete sofort die Rettungskette ein. Betriebsleiter Roland Beitlich nahm dies zum Anlass, die Erste Hilfe in seinem Betrieb gänzlich neu zu organisieren.

Herr Beitlich, Sie lassen alle Mitarbeiter Ihrer Firma als Ersthelfer ausbilden. Was gab den Anstoß dafür?
Beitlich: Im August kam es bei Gerüstarbeiten zu einem ernsten Zwischenfall. Ein Schlosser fiel auf einem drei Meter hohen Flachdach plötzlich in Ohnmacht und musste wiederbelebt werden. Glücklicherweise hat ein weiterer Mitarbeiter sofort die erforderlichen Maßnahmen der Rettungskette eingeleitet, also Notruf ausgelöst und dann die notwendige Herz-Lungen- Wiederbelebung durchgeführt

Wie ging es weiter?
Beitlich: Durch das schnelle Eingreifen des Kollegen und die weiteren Maßnahmen durch Feuerwehr und Notarzt konnte unser Mitarbeiter wenige Wochen später wieder im Betrieb seine Arbeit aufnehmen. Wenn die betriebliche Erste Hilfe nicht so schnell und gut gegriffen hätte, wäre die Prognose deutlich schlechter gewesen.

Ausbildung zum Ersthelfer

Dauer
8 Doppelstunden (Erste-Hilfe-Lehrgang); Anmeldung erfolgt über den Betrieb, die Kursgebühr zahlt die BG RCI direkt.

Inhalte

  • Grundlagen der Hilfe­leistung (z. B. Sofortmaßnahmen, Absichern der Unfallstelle)
  • Verletzungsszenarien und praktische Übungen (z. B. stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit)
  • Wunden (z. B. Umgang mit Verbandmaterial)
  • Sonstige Erkrankungen und Verletzungen (z. B. Knochenbrüche, Verbrennungen)

Fortbildung
Um Ersthelfer zu bleiben, ist spätestens alle 2 Jahre das sogenannte Erste-Hilfe-Training (4 Doppelstunden) erforderlich.

Betriebsleiter Roland Beitlich erläutert im Gespräch, wie es zur Neuorganisation der Ersten Hilfe in seinem Betrieb kam.

Welche Schritte haben Sie nach dem Unfall eingeleitet?
Beitlich: Diese Rettungsmaßnahme war die erste seit Jahren in unserem Betrieb. Wir haben nach dem Unfall beschlossen, dass wir eine größere Routine im Umgang mit solchen Situationen erwerben wollen. Deshalb habe ich die Berufsgenossenschaft um Unterstützung gebeten.

Welcher Maßnahmenplan hat sich daraus entwickelt?
Beitlich: Mit der Berufsgenossenschaft haben wir die Schulung aller Mitarbeiter vereinbart. Zudem hat die BG uns eine finanzielle Unterstützung über das Prämiensystem angeboten,

wenn wir im Betrieb eine sogenannte realistische Unfalldarstellung (Anm. d. Red.: siehe BAUZ Juni 2010) durchführen. Die Anschaffung eines Defibrillators wurde außerdem noch angeregt.

Wie kamen die Pläne bei der Belegschaft an?
Beitlich: Durch den Zwischenfall im Betrieb war die Bereitschaft, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren, sehr groß. Anfang 2012 hat die Hälfte der 36 Mitarbeiter an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen. 2013 folgt die andere Hälfte. Ziel ist es, dass im Falle eines Unfalls immer ein geschulter Ersthelfer in der Nähe ist.

Roland Beitlich übergibt nach erfolgreicher Teilnahme die Erste-Hilfe-Bescheinigungen an die Mitarbeiter.

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